
Næs Jernverksmuseum - ein Spaziergang durch die
Industriegeschichte
Was ist das Næs Jernverksmuseum?
In Nes Verk steht ein einzigartiges altes Eisenwerk. Es ist fast
vollständig erhalten und zeigt Gebäude, Werkzeug und Maschinen aus dem 17. bis 19.
Jahrhundert. Das Næs Jernverk (Eisenwerk) ist eins der bedeutendsten Zeugnisse
norwegischer Industriegeschichte.
Film und Führung
Besucher sehen zunächst einen Film mit authentischen Aufnahmen aus der
Eisen- und Stahlproduktion früherer Zeiten. Der Film zeigt die einzelnen Schritte von der
Holzkohleherstellung im Wald und dem Erzabbau im Bergwerk bis zum Stahlschmieden unter
riesigen Hämmern, die von Wasserrädern angetrieben wurden.
Anschliessend nimmt ein kundiger Führer Sie mit auf einen Rundgang durch
die gesamte Anlage - Industriegeschichte zum Greifen nah.
Die einzelnen Gebäude beherbergten verschiedene Produktionsweige und
stehen heute allen Besuchern während einer Führung offen. Sie kommen auch an dem
gewaltigen Doppelhochofen vorbei, und die zahlreichen Gerätschaften vermitteln einen
hervorragenden Einblick in die Eisenherstellung von einst, wie sie nicht nur hier, sondern
auch in anderen Eisenwerken vor sich ging.
Kurzer Abriss der Geschichte von Næs Verk
1574 wurde in der Nähe von Arendal das Eisenwerk Barbu errichtet, das bis
ca. 1660 in Betrieb war. Als 1665 in Nes das Baaseland-Werk enstand, übernahm man viele
der alten Produktionsgeräte aus Barbu. Das Baaseland-Werk wurde 1738 in Næs Verk
umbenannt.
Nach 1870 waren nur noch wenige Eisenwerke in Norwegen in Betrieb; auf
Næs Verk wurde noch bis 1909 Eisenerz verhüttet. Die anderen Produktionsazeige wurden
weitergeführt, bis am 13. November 1959 eine grosse Überschwemmung das Werk für immer
stillegte.
Ein vielseitiger Betrieb
Næs Verk war nicht nur das zweitgrösste Eisenwerk des Landes, sondern
auch ein äusserst vielseitiger Betrieb. Hier gab es Giessereien, ein Stahl- und ein
Walzwerk, eine Hammerschmiede, und hier wurden unter anderem Feilen, Äxte und Hufeisen
gefertigt. Der überwiegende Teil der Beschäftigten arbeitete in der
Holzkohleherstellung, im Erzabbau und im Transport. Darüberhinaus betrieb man in Nes
Forst- und Landwirtschaft, Mühlen, Holzverarbeitung, Schiffahrt und Handel. Von 1853 an
war das Egeland Eisenwerk in Gjerstad eine Filiale von Næs Verk.
Ein Museum entsteht
Schon als 1959 der Betrieb in Nes aufhörte, kam der Gedanke auf, das Werk
unter Denkmalsschutz zu stellen. Das geschah im Jahre 1967. Seitdem haben die zuständigen
Behörden viel investiert, um die Anlage zu sichern und Besuchern zugänglich zu machen.
Seit der Eröffnung des Næs Jernverkmuseums 1993 werden hier ständig neue Attraktionen
geboten.
Wofür war das Werk bekannt?
Heute kennen wir Næs Verk in erster Linie als Lieferant von eleganten
Empire-Öfen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie wurden von Heinrich Meldahl
entworfen. Die Rückseite des norwegischen 1000-Kronen-Scheins zeigt eine Ofenplatte, die
1668 in Nes gegossen wurde.
Von 1860 an produzierte das Werk vor allem hochwertigen Spezialstahl.
Unter den Kunden war gegen Ende des vorigen Jahrhunderts auch die norwegische
Feldartillerie, die stählerne Kanonen und Granaten aus Nes bezog.
Auch die Umgebung ist sehenswert
Kulturlandschaft und Bebauung rund um Næs Verk haben sich in den letzten
150 Jahren nicht nennenswert verändert. Der romantische alte Park wird gerade
restauriert; Storelva, der Fluss, der mitten durch das Werksgelände strömt und früher
sämtliche Maschinen antrieb, ist heute ein Tummelplatz für Lachse und Forellen - und ein
Eldorado für Angler. Vom Werk aus führen gekennzeichnete Spazierwege zu den alten
Arbeiterhäusern, und der benachbarte Golfplatz ist einer der grössten und schönsten von
ganz Norwegen.

Zufahrt
In Fianeswingen westlich von Tvedestrand von der E18 abbiegen und den
Schildern folgen; nach etwa drei Kilometern auf dem Riksvei 415 sehen Sie Næs Jernverk
auf der linken Seite liegen.
Öffnungszeiten: 15. Mai - 31. August von 11.00 bis 16.00
Uhr; - sonst nach Absprache.
Eintritt (2006): Erwachsene 50,- NOK, Kinder 25,- NOK, Familie
125,- NOK. .
Adresse: Næs Jernverksmuseum, Nes Verk, N-4900 Tvedestrand
Tel. +47 37 16 05 00, Telefax +47 37 16 0522
( Næs Verk ist als besonders erhaltenswertes Kulturdenkmal
eingestuft worden und hat im Juni 1996 als einzige Sehenswürdigkeit in Aust-Agder die
begehrten «braunen Schilder» zugeteilt bekommen, die auf Anlagen von nationaler
Bedeutung hinweisen. )
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